Verzweifelt!
by Schusy
Altersfreigabe: ab 12
Charaktere: Jack, Charly
Kategorie: Drama, Romantik
Zusammenfassung: Zwischen Season 1 und Season 2, Charly, ein
irischer Pubbesitzer macht sich Sorgen um Jack, der in
einer tiefen, seelischen Krise zu stecken scheint.
Disclaimer: gehört alles 24; Ich
verfolge keinerlei finanzielle Interessen mit dieser
Story, etc.
Kapitel 5
Charly stieg aus seinem
Wagen, schnappte sich die Tasche und betrat mit ernstem
Gesicht das Haus.
Emma? rief er kaum, dass die Tür hinter ihm
ins Schloss gefallen war.
Ich bin hier, in der Küche.
Mit schnellen Schritten durchquerte Charly den Flur und
betrat die Küche.
Hat Jack sich inzwischen bei dir gemeldet?
beim Klang seiner Stimme blickte Emma ihn fragend an.
Nein.
Verdammt
das habe ich befürchtet. Ich hätte
ihn an diesem Abend nicht aus den Augen lassen sollen,
nicht, nachdem er mir diesen Brief gezeigt hatte.
Glaubst du, dass er in Schwierigkeiten steckt?
fragte seine Frau erschrocken.
Und ob - ich fürchte, er wird versuchen die
Wahrheit herauszufinden und dabei etwas aufrühren, wovon
er lieber die Finger lassen sollte. Ich muss ihn finden
und dass so schnell wie möglich. Jetzt war es
Charly, der besorgt klang.
Wie meinst du das? Auch in Emmas Stimme
schwang jetzt echte Sorge mit. Hast du etwas über
diesen, diesen
Cramer, Phillip Cramer ja, das habe ich und
was ich erfahren habe, gefällt mir ganz und gar nicht.
Charly bitte. Wie lange sind wir jetzt verheiratet?
Fast 40 Jahre...? Ein kurzes Lächeln huschte
über Charlys Gesicht.
Eben! Da sollte man meinen, dass du endlich gelernt
hast, dir nicht jeden Brocken aus der Nase ziehen zu
lassen. Erwiderte Emma ärgerlich.
Tut mir leid, Emma, aber ich weiß nur, dass es
dabei um Drogen und sehr mächtige, einflussreiche Leute
geht und dass dieser Phillip da in etwas
hineingeschlittert war, was für ihn eine Nummer zu groß
war. Sein Tod war kein Unfall, wie man es allgemein
darstellte er wurde eiskalt ermordet.
Als Charly sah, wie Emma bei diesen Worten zusammenzuckte
fügte er schnell hinzu: Ich werde zu Jack fahren
und mich diesmal nicht damit begnügen, wartend vor
seiner Tür zu stehen.
Du willst bei ihm einbrechen? Emmas Stimme
war deutlich die Verwunderung anzumerken.
Wenn es nicht anders geht ja. Ich bin so
schnell es geht zurück. Versprach Charly, drückte
ihr noch einen Kuss auf die Wange und verließ eilig das
Haus. Emma schaute ihm besorgt hinterher.
Ca. 15 Minuten später hielt er vor dem Haus, indem sich
Jack eine kleine Wohnung gemietet hatte. Ein kurzer Blick
an der Hausfront nach oben zu Jacks Fenstern, dann betrat
er entschlossen das Gebäude und stieg zur 1. Etage empor.
Wie er bereits befürchtet hatte, blieb es auch nach
mehrmaligem Klingeln und lautstarken Klopfen, still
hinter der Tür. Entweder wollte Jack nicht öffnen, oder
er war tatsächlich nicht da, aber Charly wollte
Gewissheit haben. Er schaute sich kurz um, lauschte auf
die Geräusche im Haus und machte sich dann geschickt
daran, die Tür zu öffnen. Für ihn eine Kleinigkeit und
innerhalb weniger Sekunden sprang die Tür auf. Charly
sah sofort, dass Jack die Wohnung verlassen hatte und
begann nach Hinweisen über dessen derzeitigen Verbleib
zu suchen. Durchwühlte Schubfächer, seine schmutzigen
Klamotten, die Charly nur allzu gut in Erinnerung hatte,
in der Ecke des winzigen Badezimmers, die benutzte
Kaffeetasse auf dem Schreibtisch
all das waren die
untrüglichen Anzeichen dafür, dass Jack nach seinem
Besuch bei ihm noch einmal in seiner Wohnung gewesen sein
muss und es offenbar sehr eilig gehabt hatte. Das
aufgeschlagene Notizbuch neben Telefon, sowie einige flüchtig
in die Ecke gekritzelte Worte, weckten Charlys
Aufmerksamkeit. Was er da las, gefiel ihm gar nicht und
ließ ihn sofort das oberste Schubfach des kleinen
Schreibtisches durchsuchen. Mit einem Fluch auf den
Lippen, richtete sich Charly wieder auf. Er hatte es
geahnt. Weder sein Dienstausweis, noch seine Waffe waren
zu finden. Charly wusste, dass Jack diese Dinge hier
deponierte hatte. Er hatte ihm dafür schon mehrfach Vorwürfe
gemacht, weil er es als sträflichen Leichtsinn ansah,
diese Sachen einfach so in seinem Schreibtisch
aufzubewahren, aber Jack hatte das mit ziemlicher Gleichgültigkeit
abgetan.
Verdammt! fluchend schlug Charly das oberste
Schubfach zu.
Ein schneller Blick auf die Uhr und sein Miene
verdunkelte sich noch mehr. Wenn er richtig kombinierte,
dann saß Jack jetzt bereits in einem Flieger und befand
sich auf dem Weg nach Philadelphia. Gequält stöhnte
Charly auf, denn ihm war klar, dass er ihm unbedingt
folgen musste. Jack hatte keine Ahnung, was ihn dort
erwarten würde. In Jacks derzeitiger Verfassung konnte
das Ganze sehr leicht eskalieren und für ihn tragisch
enden. Erneut machte sich Charly Vorwürfe, das Ganze
nicht ernst genug genommen zu haben, obwohl er doch Jacks
miserablen Zustand bemerkt hatte. Jack ist nicht der Typ,
der anderen seine privaten Problemen und Sorgen auf die
Nase bindet und es hätte für Charly ein Alarmsignal
sein müssen. Er griff nach dem Hörer und buchte für
den nächsten Flug nach Philadelphia. Dann verließ er
eilig Jacks Wohnung und fuhr mit flauem Gefühl im Magen
nach Hause. Wie sollte er das nur seiner Emma beibringen.
Knapp fünf Stunden später traf er am LAX ein und begab
sich sofort zum Abfertigungsschalter. Seine Emma hatte
großartig reagiert. Keine Vorwürfe, kein Betteln auf
das gefährliche Unternehmen zu verzichten, stattdessen
hatte sie ihn in seinem Vorhaben bestärkt, hatte
regelrecht darauf bestanden, dass er Jack da raus holen
musste und hatte sich dann daran gemacht, seine Sachen zu
packen. Seine Emma war eben die Beste. Sie wusste, dass
Charly keine Ruhe gefunden hätte, wenn er nicht alles
versuchen würde, um Jack zu helfen. Das steckte als
langjähriger Polizist einfach in seinem Blut. Sicher,
Jack war ein hervorragender Specialagent, für den solche
Unternehmen normalerweise reine Routine waren, aber im
Moment konnte man Jack nicht mit normalen Maßstäben
messen. Nicht nur, dass er seelisch total am Boden war,
die Nachricht von Nina hatte noch ihr übriges dazu getan,
um Jack schier an den Rand der Verzweiflung zu bringen.
Wie viel konnte ein Mensch ertragen, bevor er völlig
ausrastete und die Kontrolle über sich verlor? Wie viel
konnte Jack noch ertragen, oder war die Grenze für ihn
vielleicht schon überschritten? Diese Frage stellte sich
Charly wieder und wieder.
Noch völlig in Gedanken, reichte er der Frau an der
Abfertigung seinen Ausweis zuckte erstaunt zusammen, als
diese ihm mit wenigen, erklärenden Worten einen Umschlag
mit seinem Namen überreichte. Er musste wohl ziemlich dümmlich
dreingeschaut haben, denn es war offensichtlich, dass die
nette, junge Frau sich mit Mühe ein Lächeln verkniff.
Schnell bedankte er sich bei ihr, verließ den Schalter
und suchte sich eine ruhige Ecke, um mit hastigen
Bewegungen den Umschlag aufzureißen. Nur eine flüchtige
Notiz war auf eine Postkarte gekritzelt, wie es sie zu
Dutzenden am Kiosk gab.
Cassandra
Nur dieses eine Wort, aber Charly war sich sicher, dass
Jack ihm damit einen Hinweis auf seinen Aufenthaltsort
gegeben hatte. Er hatte also gewusst, dass Charly ihm
folgen würde und trotz aller Sorgen, musste er lächeln.
Das war mal wieder typisch für Jack. Genauso bezeichnend
wie die kurze Mitteilung. Für Jack stand außer Frage,
dass Charly herausfinden würde, was es damit auf sich
hatte. Allerdings würde er sich mit den Nachforschungen
bis zu seiner Ankunft in Philadelphia gedulden müssen.
...to be continued...
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