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Verzweifelt!
by Schusy


Altersfreigabe: ab 12
Charaktere: Jack, Charly
Kategorie: Drama, Romantik
Zusammenfassung:
Zwischen Season 1 und Season 2, Charly, ein irischer Pubbesitzer macht sich Sorgen um Jack, der in einer tiefen, seelischen Krise zu stecken scheint.
Disclaimer: gehört alles 24; Ich verfolge keinerlei finanzielle Interessen mit dieser Story, etc.

Kapitel 4

Jack fühlte sich hundeelend, ihm war speiübel und in seinem Kopf dröhnte es, als würde man diesen mit einem Vorschlaghammer bearbeiten. Mühsam quälte er sich aus dem Bett und hatte Schwierigkeiten nicht zu fallen, als er endlich auf seinen Beinen stand. Diese schienen aus Gummi zu bestehen und Jack schwitze vor Anstrengung. Das ganze Zimmer schwanke vor seinen Augen und er hatte Probleme einen klaren Gedanken zu fassen. Zäh und träge flossen unzählige wirre Bilder durch sein Gehirn. Schwer stürzte er sich mit seiner rechten Hand gegen die Wand, bevor er den ersten Schritt wagte. Endlich hatte er es bis zur Tür geschafft. Er öffnete diese und trat auf den Korridor, doch selbst die wenigen Schritte bis zum gemeinschaftlichen Sanitärbereich schaffte er nur unter Aufbietung all seiner Willenskraft. Am ganzen Körper zitternd, lehnte er sich gegen die weiß gekachelte Wand. Die Kühle der Fliesen drang durch sein durchgeschwitztes T-Shirt und ließ ihn frösteln. Schnell zog er es aus und ging zum Waschbecken. Das Wasser war eiskalt, aber Jack empfand es als reine Wohltat. Kurz entschlossen hielt er seinen Kopf unter den Wasserhahn und ließ sich das kalte Wasser über seinen Kopf rieseln. Langsam klärte sich sein umnebelter Geist, doch Gleichzeitig kehrten damit auch die Erinnerungen mit brutaler Gewalt zurück. Jack hob den Kopf und blickte in den halbblinden Spiegel – was er sah, erschütterte ihn bis ins Mark. Hatte dieser Mann noch die geringste Ähnlichkeit mit dem Jack Bauer, den er kannte? Angewidert von sich selbst, wandte er sich ab und machte sich so wie er war, halbnackt und mit tropfnassem Haar, auf den Weg zurück in sein Zimmer. Beim Anblick dieser Bruchbude stieg erneut ein Würgen in ihm auf und der Ekel übermannte ihn. Hier hatte er also die Nacht verbracht? Schnell zog er sich sein T-Shirt an, schnappte sich seine Jacke sowie den Brief und verließ das Zimmer. Wie erwartet war der Platz hinter dem Tresen auch jetzt wieder leer und ohne sich länger aufzuhalten, wandte er sich dem Ausgang zu. Kaum auf der Straße, atmete Jack tief durch. Trotz der frühen Morgenstunde war die Luft angenehm warm und er fühlte, wie die Anspannung der letzten Minuten von ihm abfiel. Ihm war klar, dass er sich lange genug hatte gehen lassen. Charly hatte Recht, so konnte es nicht weitergehen, wenn er sich nicht selbst zugrunde richten wollte. Jack war ein Kämpfer, einfach aufzugeben lag ihm nicht – egal wie groß die Schwierigkeiten waren, es gab immer einen Weg, man musste ihn nur finden. Mit einem klaren Ziel vor Augen, machte sich Jack auf den Weg.

30 Minuten später hatte er seine Wohnung erreicht. Er gönnte sich eine ausgiebige Dusche, rasierte sich sorgfältig und kochte sich dann, nur ein Tuch um die Lenden, einen starken, heißen Kaffee. Mit der Tasse in der Hand, setzte er sich auf seine Couch und rief die Nachrichten auf seinem Anrufbeantworter ab. Jack musste schmunzeln, als er mehrfach die aufgebrachte Stimme von Charly vernahm. Ihm war klar, dass dieser nicht mit seiner Anwesenheit gerechnet hatte, aber trotzdem hatte er es immer wieder versucht und mit jedem Mal war seine Stimme wütender und seine Worte deftiger geworden. Jack wusste aber auch, dass sich dahinter die echte Sorge eines Freundes verbarg. In einen Augenblick der Schwäche hatte er ihm den Brief gezeigt und ihm somit Einblick in sein Gefühlsleben gewährt. Charly war clever genug, um sich den Rest zusammenreimen zu können und auch, dass Jack mit dieser Ungewissheit nicht leben konnte, dass sie ihn zugrunde richten würde, dass die Zweifel an ihm nagen würden, bis er die absolute Gewissheit hatte, ob Nina mit ihren Anschuldigungen recht hatte oder nicht.

Jack stöhnte gequält auf, als er erneut an den Inhalt des Briefes dachte. Teri, seine über alles geliebte Teri, konnte sie ihn so hintergangen haben? Sie selbst konnte er nicht mehr fragen, denn sie war tot, ermordet von der Frau, die jetzt mit Dreck nach ihr warf. Jack hätte Ninas Worten nicht eine Sekunde geglaubt, gäbe es da nicht diese angeblichen Beweise, die Jack ins grübeln gebracht hatten. Er erinnerte sich nur all zu gut an jene Zeit und auch daran, dass Teri seinen Fragen damals ausgewichen war, dass sie ihm nie eine klare Antwort gegeben hatte. Was war damals in Philadelphia wirklich geschehen und wie kam seine Teri an einen Typen wie diesen Phillip Cramer? Fragen, auf die Jack bisher keine Antwort wusste, die ihn aber schier in den Wahnsinn zu treiben schienen.

Er griff zum Telefon, wählte eine Nummer und buchte den nächsten Flug nach Philadelphia. Ein kurzer Blick auf die Uhr sagte ihm, dass ihm noch ca. 3 Stunden bis zum Abflug blieben. Nachdem er seine Tasse geleert hatte, stand er auf und zog sich frische Sachen an. Dann kramte er seine große Umhängetasche aus dem Schrank, stopfte ziemlich wahllos einige Kleidungsstücke hinein und warf diese dann schwungvoll auf die Couch. Aus dem Bad holte er sich einige Toilettenartikel, packte sie ebenfalls in die Tasche und sah sich sinnend um. Er schnappte sich noch seinen Timer, sowie den Brief von Nina, steckte beides in das vordere Fach seiner Tasche und griff dann nach der Schublade an seinem Schreibtisch. Nur zögernd öffnete er diese. Sein Blick fiel auf ein Foto, ein Foto, das ihn mit Teri und Kim zeigte. Ein heftiger Schmerz schien sein Herz zerreißen zu wollen und er hatte Mühe, seine Tränen unter Kontrolle zu halten. Dann gab er sich einen Ruck, schob das Bild zur Seite und griff nach seiner Waffe. Fachmännisch checkte er sie durch, holte noch ein Ersatzmagazin aus dem Fach und packte Beides ein. Dann steckte er sich noch seinen Dienstausweis in die Taschen und schloss die Schublade. Ihm war klar, dass er eigentlich kein Recht hatte beides zu tragen, aber wenn er Glück hatte, fiel die Kontrolle am Flughafen nicht all zu gründlich aus. Andernfalls musste er sich an Ort und Stelle Ersatz besorgen. Er überlegte kurz, ob er Charly eine Nachricht hinterlassen sollte, ließ es dann aber sein. Stattdessen schnappte er sich seinen Wagenschlüssel, warf sich die Tasche über die Schulter und griff auf dem Weg zur Tür nach seiner Jacke.

Eine Stunde vor Abflug seiner Maschine traf Jack auf dem LAX ein. Er hatte unterwegs noch kurz angehalten, um etwas zu essen, sowie noch einige Dinge besorgt, die ihm die Nachforschungen in Philadelphia erleichtern würden. Bei der Kontrolle zeigte er ordnungsgemäß seine Waffe, sowie seinen Dienstausweis und konnte nach einigen erklärenden Worten problemlos passieren. Jack atmete innerlich auf und eine Last schien von ihm abzufallen. Die erste Hürde war damit überwunden – jetzt kam es nur auf die Kollegen in Philadelphia an. Mit nachdenklichem Blick schaute er hinaus auf das Rollfeld. Würde es ihm gelingen die Wahrheit herauszufinden und würde ihm diese gefallen? Jack kniff seinen Mund zusammen. Nein, er hatte keine andere Wahl, er musste diese Angelegenheit klären, egal was er dabei finden würde. Als sein Flug aufgerufen wurde, begab er sich an Bord mit dem Willen, nicht eher zu ruhen, bis er eine Antwort auf all seine Fragen gefunden hatte.

...to be continued...

         

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